Streaming doch keine unerlaubte Handlung im Sinne des Urheberrechtsgesetzes?

Nachdem das Landgericht Köln im Vorfeld diverser RedTube-Abmahnungen den Abmahnenden Auskunftsansprüche hinsichtlich ermittelter IP-Adressen zugestanden hatte, ist nunmehr die 9. Zivilkammer des Landgerichts Köln in einem Beschwerdeverfahren zu einer gegenteiligen Ansicht gelangt (Beschluss vom 24.01.2014, Az. 209 O 188/13).

Das Gericht schließt sich in seinen Entscheidungsgründen der Meinung an, dass das bloße Streamen einer Video-Datei grundsätzlich noch keinen relevanten Verstoß im Sinne des Urheberrechts, insbesondere keine unerlaubte Vervielfältigung im Sinne des § 16 UrhG, darstellt.

Des Weiteren bemängelt das Gericht in vorliegendem Fall, dass nicht erkennbar sei, wie das von den Abmahnern eingesetzte Programm zur Ermittlung der IP-Adressen in der Lage sein soll, die IP-Adresse derjenigen korrekt zu erfassen, die einen Stream des betroffenen Anbieters abrufen.

Es bleibt abzuwarten, wie andere Gerichte zukünftig ähnliche Sachverhalte bewerten werden. Das Landgericht Köln verweist in seinem Beschluss bereits darauf, dass die abschließende Klärung der Thematik erst mit einer höchstrichterlichen Entscheidung eintreten wird.