Illegale Nutzung urheberrechtlich geschützten Bildmaterials (AG Hannover, 26.02.2015, 522 C 9466/14)

Der in dem Verfahren Beklagte hatte sich in einer Unterlassungserklärung dazu verpflichtet, die Vervielfältigung und öffentliche Zugänglichmachung der streitgegenständlichen Fotografie zu unterlassen. Die Fotografie war jedoch weiter über die sog. Grafikadresse aufzufinden. Das Amtsgericht Hannover entschied, dass bereits die Möglichkeit des Abrufs der Fotografie über die sog. Grafikadresse als öffentliche Zugänglichmachung im Sinne des § 19a UrhG anzusehen sei. Ob dadurch der gewünschte Werbeeffekt noch erreicht werde, sei für die Frage der Verwirkung der Vertragsstrafe irrelevant. Der Beklagte habe sich vertraglich verpflichtet, die Vervielfältigung und öffentliche Zugänglichmachung der Fotografie zu unterlassen. Da er schuldhaft nicht vollständig gelöscht hat, stehe der Klägerin ein Anspruch auf Zahlung einer Vertragsstrafe zu. Der Bezifferung in Höhe von 2.500,00 Euro stehe nichts entgegen, da bei Verletzungen im geschäftlichen Verkehr vielmehr ein Betrag von 5.001,00 Euro angesetzt werde.

Unterlassungsschuldner muss Vertragsstrafe von 25.000 Euro hinnehmen (LG Bielefeld, Urteil v. 12.09.2014, Az.: 10 O 40/14)

In dem Verfahren vor dem LG Bielefeld ging es um die Angemessenheit einer abgegebenen Unterlassungserklärung aufgrund einer markenrechtlichen Abmahnung. Um die Wiederholungsgefahr zu beseitigen, verpflichtete sich der Unterlassungsschuldner, im Fall der Zuwiderhandlung eine Vertragsstrafe in Höhe von 25.000 € zu bezahlen. Konkret ging es hier um die Verwendung verschiedener Markenbegriffe. Nachdem es dann zum Verstoß gegen die strafbewährte Unterlassungserklärung kam, weigerte sich der Unterlassungsschuldner, die Vertragsstrafe zu bezahlen, da sie unangemessen hoch sei. Das Landgericht Bielefeld entschied, dass der Betrag in der vollen Höhe zu begleichen sei. Der Unterlassungsschuldner habe den Betrag akzeptiert und sich diesbezüglich vertraglich gebunden. Der Fall sei nur dann anders zu beurteilen, wenn § 348 HGB ausgeschlossen worden wäre, da dann eine eventuelle Herabsetzung der Vertragsstrafe gemäß § 343 BGB möglich gewesen wäre. § 348 HGB findet hier Anwendung, da der Vertrag unter Kaufleuten geschlossen wurde.