Keine Haftung bei Filesharing über Hotel-WLAN (AG Koblenz, Az.161 C 145/14)

Mit Urteil vom 18.06.2014 hat das AG Koblenz (Az.161 C 145/14) entschieden, dass der Betreiber eines entsprechend gesicherten Hotel-WLAN in Filesharing-Fällen nicht für seine Hotelgäste und Mitarbeiter haftet.
Die Klägerin, eine Filmproduzentin, klagte auf Schadensersatz, da sie mitbekommen hatte, dass einer ihrer Filme über eine Tauschbörse zum Download angeboten wurde. Dem beklagten Hotelbetreiber konnte der entsprechende Internetanschluss bzw. die IP-Adresse zugeordnet werden, jedoch entgegnete er, dass er die streitgegenständliche Datei nicht zum Download angeboten habe. Das Gericht wies die Klage als unbegründet ab. Eine Haftung des Beklagten aus § 97 Abs. 2 UrhG sei nicht gegeben, weil nicht bewiesen werden könne, dass der Beklagte selbst das streitgegenständliche Filesharing betrieben habe. Anschlussinhaber haben zwar grundsätzlich dafür zu sorgen, dass Dritte über den Anschluss keine Rechtsverletzungen begehen, jedoch kommt eine Haftung als Störer nur bei Verletzung zumutbarer Verhaltenspflichten, insbesondere von Prüfpflichten infrage. Das Gericht kam hier zum Ergebnis, dass der Beklagte keine Prüfpflichten verletzt habe. Der WLAN-Anschluss sei ausreichend gesichert gewesen und der Beklagte sei seiner Belehrungspflicht nachgekommen, indem er Hotelgästen und Mitarbeitern die missbräuchliche Verwendung untersagte. Zudem wurden regelmäßig die Zugangspasswörter gewechselt.